ISSN: 2364-804X

Sankt Trinitatis

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Johannes oder Maria

Beide Theorien stimmen. Nach dem Aussterben der Weißenfelser Fürsten kam die Sekundogenitur zurück an Kussachsen. Da dessen Herrscher, um Könige von Polen zu werden, zum katholischen Glauben konvertiert waren, wurde die Kirche katholisiert, der Kanzelaltar "auseinandergenommen" und ein Verkündigungsrelief eingefügt. Damit hatte man einen Marienaltar. Allerdings hatte Maria damals noch keine Feder in der Hand, da - wie richtig bemerkt - eine schreibende Maria nicht mit der Überlieferung übereinstimmt. Nachdem Weißenfels in Folge des Wiener Kongresses (1815) an Preußen ging, wurde die Schlosskirche als (wieder protestantische) Garnisionskirche  genutzt. da man hier offensichtlich einen Marienaltar als deplatziert empfand, gab man Maria eine Feder in die Hand und machte damit aus der Figur den Evangelisten Johannes. Da dieser häufig mit androgynen Zügen dargestellt wird, passte dies zumindest. Weitere Informationen zur Schlosskirche finden sich unter anderem bei: Riemer-Ranscht, Susanne: "Die Schlosskirche St. Trinitatis zu Weißenfels. Einschließlich einer vollständigen Erläuterung des Bildprogramms". Leipzig, Weißenfels 2012. (ISBN :  978-3-95420-004-7)